Dame in Gold – Schmuckstück und Märchen

….“Dame in Gold“
Kettenanhänger (necklace) aus brauem Lavezstein (geölt, entsprechend dunkler) mit goldfarbener Dame im Mittelpunkt des Rades:

.............mit Halsreif
………….mit Halsreif

Märchen, Fantasiereise oder Kurzgeschichte…..?

Es war einmal ein wildes Tal, dichte Wälder mit allerhand Getier erstreckte sich an den Hängen,
die Winter waren noch bitterkalt und oft dunkel, im Sommer hingegen tanzte die Sonne durch das dichte Laub der Bäume und brachte den Bauern auf fruchtbarem Boden reiche Ernte.
Angezogen von diesem Reichtum der Natur kam auch ein Müller mit seiner wunderschönen Frau in das Tal, um frisch getraut ein neues Zuhause zu finden und eine Familie zu gründen.
So erbaute er am Rande eines Dorfes seine Mühle, die ihresgleichen im Umland nimmer fand; stolz zeugte das große Mühlrad und die Kornkammer von seinem  Fleiß, während die Kammern, reich verziert mit kostbarer Blumenmalerei Ausdruck seiner Liebe waren.
In kalten Tagen sollten die Zeichnungen beleuchtet von zahllosen Leuchtern den Sommer ins Haus zu bringen, denn gar zu leicht empfand die Müllerin eine seltsame Kälte.
Ihr Antlitz schien zart und zerbrechlich, Ihre Lippen war so rot wie die einer Rose, weniger einer Müllerin als die einer Prinzessin entsprachen ihre Gesten.
Doch nicht nur Schönheit verlieh ihr die Natur, auch kaufmännisches Geschick und Ehrgeiz, mit dem sie begann, die Geschicke der Mühle mehr und mehr zu lenken.
Angezogen vom wachsenden Reichtum des Müllers und seiner Gattin, zog es schon bald immer mehr Kaufleute aus der großen Stadt mit wunderbarem Geschmeide und Gold zur Mühle.
Um der Schönen Avancen zu machen kehrte bei dem gastfreundlichen Müller so mancher Kürschner und Goldschmied ein und verließ das Gebäude nie, ohne Pelzmäntel und güldenes Halsgeschmeide mehr als reich entlohnt zu bekommen.

Bald kannte der Glanz der schönen Müllerin keine Grenzen mehr und sagte Ihr Mann „Oh meine Liebe, so gerne hätte ich ein kleines Mädchen oder einen Sohn“, so entgegnete Sie „oh mein lieber Mann, gib „uns“ noch ein wenig Zeit, unsere Jugend zu genießen, hart war meine Kindheit……………und bedenke stets, umso reicher wir sind, umso sorgenfreier werden unseren zukünftigen Kinder heranwachsen“…..worauf der Müller den Kopf senkte und schwieg.
Ob sie in diesen Momenten eher „sich“ als  „uns“ meinte ?

Die Kälte begann sich in der Mühle am Fluß auszubreiten, die einstige, so strahlende Wandmalerei verblasste.

..........auf Holzuntergrund
……….auf Holzuntergrund

Angetrieben von dem Wunsch, sich mehr und mehr mit Seide, Gold und Pelzen zu schmücken, setzte die Müllerin Ihr kaufmännisches Geschick und Ihr lieblich verführerisches Wortspiel bei Ihrem Manne ein, um diesen zu mehr und mehr Tageswerk anzutreiben und den Geldbeutel zu füllen.

Der Erfolg blieb nicht aus.

Während sich die Müllerin im Laufe der Zeit mit Ihren Reichtümern in die Mühle zurückzog, trieb es den Gatten immer häufiger in den Gasthof des Ortes.

Er leerte so manchen Krug süßen Weines, doch seine Bitternis verschwand nicht, sondern zeichnete den Ausdruck seines Gesichts für alle sichtbar mit Falten der Traurigkeit.
Nie sprach er darüber,…………… doch die Tochter des Weinschenkes, von Natur mit goldblondem Haar, einem liebreizendem Gesicht und Rundungen gleich einem Rubensgemälde beschenkt, verfolgte das Spiel mit wachem Auge.

Ihr zwielichtiger Vater ,nicht ganz unschuldig, machte Sie schon bald auf die Gelegenheit Ihres Lebens aufmerksam „Schmiede Dein Glück, mein Kind und spinne die Fäden um die Gedanken des Müllers, solange er betrunken ist. “

Von der Gier getrieben, bezirzte die Tochter des Schenkes den Müller, bis dieser schließlich nachgab. Nicht lange dauerte es, bis die Gerüchte von dem Fehltritt des traurigen Müllers sich durch das Dorf fraßen und auch vor der Türe der Mühle nicht halt machten.

Zu spät erkannte die Müllerin ihre eigene Gier nach dem Schönen und Teuren, der sie ihre große Liebe geopfert hatte.

Ihr blieb nichts, nicht mal der Verstand und beim ersten Schnee, kaum bekleidet, den Ort in Richtung Wald verlassend, ward sie das letzte Mal lebend gesehen…

So schallend lachend vor Habsucht die neue Frau des Müllers auch in die Mühle einzog, blieb Ihr die Kälte in den Kammern doch nicht verborgen; „Rasch, Mann zünde die Feuer an, in diesem Gemäuer friert es mich“………………….waren ihre Worte.
Ihr Gatte, schon bald in der Hoffnung auf eine neue, aufrichtige Liebe betrogen, wurde bald schon vom Schicksal seiner verschwundenen ersten Frau verfolgt und fand nur noch im süßen Wein des Gasthauses seine Ruhe.

An einem dieser Abende, als die neue Frau des Müllers, allein daheim, sich geschmückt mit den Pelzen und Goldketten ihrer Vorgängein im Spiegel betrachtete, und gar sehr gefiel, begannen die  Kerzen im Raum wie durch einen kühlen Windzug zu flakkern.
Eine dunkle Gestalt mit einem groben Ledermantel, dornartig besetzt, trat in das Spiegelbild der neuen Müllerin.
Erschrocken, doch schnell gefasst, fragte diese „Wie kommt Ihr hier herein und …was wollt Ihr“……………Die Fremde zog die Kappe ihres Mantels herunter, ein fast jugendliches, liebreizendes Gesicht kam zum Vorschein, und ihren samtroten Lippen entwischen mit sanfter Stimme die Worte: „Die Pforte wurde wohl durch den scharfen Abendwind geöffnet und ich trat ein, um nachzuschauen, ob nicht gar ein Dieb eingedrungen sei und die Gelegenheit beim Schopfe packend, Sie zu beglückwünschen zu Ihrem neuen Reichtum, der Ihr……ja umso vieles besser zu Gesicht stünde als ihrer Vorgängerin.
Die neue Müllerin war sichtlich geschmeichelt, als die fremde junge Frau fortfuhr „Und……………..was würdet Ihr Euch noch wünschen, um Euer Glück zu vervollkommnen?“

So nah Einfalt und Gierde doch beieinander sind, …. rasch antwortete sie:
„Ach, wenn ich mich hier in der Kammer der Müllerin umschaue, vermisse ich doch den wahren Glanz, ………ein Kleid aus Gold……….und vielleicht der Mittelpunkt

im Dorf, ….im Lande zu sein, dass würde meinem

..........im Kunstpelz
……….im Kunstpelz

äußerlichen Glanze doch eher entsprechen als Pelze“………………
Nur eine gefühlte Schlag der Wanduhr verging und die Fremde entgegnete gezielt, mit Worten, so spitz wie kleine Nadeln:
„So soll es denn geschehen, ………..ein Gewand aus purem Gold und Mittelpunkt sollt Ihr sein……………………….aber nicht diese Räume werdet Ihr schmücken, nicht den Anziehungspunkt dieses Dorfes bilden,…..Ihr, die es wagte mir meinen Mann und mein Haus zu nehmen, …………….sondern schmücken werdet Ihr meinen Hals, als Schmuckstück, das mich stets erinnern soll, an meine eigene Gierde und Blindheit…………..“

Wie ein plötzliches Feuer, so hell wurde der Raum und im nächsten Augenblick schon wieder gedämpft beleuchtet durch den Schein der Kerzen.
Keine Müllerin ward mehr im Raum, nur ein als Rad geformter Kettenanhänger, dessen Mittelpunkt eine goldene Frauenfigur zierte, lag dort vor dem Spiegel auf dem Boden.

Die ehemalige Müllerin in der Gestalt der Fremden hob das Schmuckstück auf, zog es auf einen goldenen Reif, legte diesen an, warf einen letzten Blick in den Spiegel und verschwand so unscheinbar wie sie erschienen war.

Gesehen ward sie nimmer mehr……………………………………………………..und der Müller?………………..er ebenfalls schon bald m Wald verschwand.

……………doch ein Weg von der Mühle in den Wald ward bald gesäumt von roten, stark dornigen Rosen.

Ende

Copyright by Michael Ludwig

Ich hoffe, Euch gefällt dieses Märchen mit Verbindung zu meinem neuen Schmuckstück….

Vielleicht lasst Ihr es mich ja wissen…….;-)

Ein Gruß in Phantasie

Michael – LUMICdesign

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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13 Kommentare zu “Dame in Gold – Schmuckstück und Märchen”

  1. Toll!! Michael, ich bin begeistert. Auf die Dame in Gold freue ich mich schon am 30.09. und das Märchen mit dem Bezug zu ihr weckt Lust auf mehr in mir. Ich hab´s gerne gelesen und mir wurde die Zeit nicht zu lang. Bitte schreibe weiter. großes Drückerchen Pe

    1. ….Dankeschön, für die Komplimente, ich genieße sie, kam irgendwie ganz schnell durch Monikas Beitrag über die Wandmalerei/Renovierung auf die Idee zu Schmuckstück und Märchen………und dafür, dass Du Feedback gibst, da ohne, keine Weiterentwicklung,….
      Herzlichen Gruß
      Micha

  2. Hallo Micha,

    ist ja suuuper, zu welch schönem Schmuckstück und spannendem Märchen Dich die dunkle Blumenwand inspiriert hat … das reblogge ich gleich mal … (ich hoffe, ich darf 😉 )

    ❤ liche Grüße,
    Monika

  3. Was für eine Geschichte!
    Aufwühlend und die Augen öffnend, denn allein Reichtum ist keine Garantie für ein gutes Leben.
    Der Engel aber gefällt mir sehr.
    Liebe Grüße Bärbel – wieder daheim

    1. ………….Danke Dir für das schöne Kompliment, und…..ein wenig Spannung kombiniert mit Gefühl bekommt dem Märchen ja auch gut…;-)
      Lieben Gruß Bärbel und einen guten Wocheneinstieg
      Michael

    1. …merci, hat auch Spaß gemacht…die Kombi aus Schmuckstück und Geschichte; allerdings knifflige Bearbeitung des Specksteinrades und der Dame von wg. des zerbrechlichen braunen Specksteines.

      Gruß Micha

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