GIFTIGER LOHN

………………Einst ein junger Bursche – Jakob war sein Name –  in einer kleinen Stadt lebte,
in der Jeder auf Jeden  fein achtete.
Arbeit gab es nicht viel, die Mutter, Wäscherin, fromm, …………………..sie verpasste nie eine Messe………..
Der Vater, geschunden von harter Arbeit in der nahen Gießerei, ……..einfach zu müde für den Blick auf die Familie.

Jakob jedoch, mit klarem Blick auf seine Eltern, wußte früh,
harte Arbeit, wenig Lohn und Freude, dies sei kein Los für Ihn…..
Nicht dumm aber manchmal etwas faul, dem Weine, Gesang wie auch dem Weibe nicht abgetan, ..“Doch bitte nichts für „fest“, …
auch dieses Schicksal wollte er nicht mit seinem Vater teilen………
fragte er sich gar bei Zeiten

„Wohin ihn der Zwang des Broterwerbes wohl führen solle“

zu durchschnittlich von Wissbegierde, handwerklichem Geschick und Statur?,

aber halt, so hatte er doch eine Gabe, bisweilen er sich Mühe gab, eine Geschichte dergestalt vorzutragen, dass Kind, Frau und sogar Mann ihm gebannt lauschten, ihm sogar manch Übertreibereien..glaubten.
….und Sprüche kamen „Du kannst ja reden wie einer von der Kanzel“, nein, „Würd unser Pfaffe die Predigt so halten, dann würd auch ich vielleicht mal in die Kirche gehn“…

Die Idee gebohren, würde er sich des Pfarrers Alltag mal genauer ansehen,
„Aber er, aus einfachem Hause und Pfarrer, ….na, man müsse halt mal schauen..“
Und er schaute, ……….gereift an Jahren war der hiesige Pfarrer „Schäfer, Anton der Vorname“, gesetzt im Leben und der Predigt, nicht gezeichnet von der täglich harten Arbeit…………eine Magd, die er sich aussuchen dürfe,  ………und Respekt, von Jung und Alt, wie von seiner frommen Mutter, die selbst von kleiner Einkunft sonntags nach der Beichte nicht nur Bares sondern auch zum leiblichen Wohl des Hirten Selbstgebackenes gab……….und Wein

Kurz gesagt, dieses Ziel – nicht unbedingt behäbig, aber Priester werden – ersann er sich.
Dafür lohnte es sich, zeitweise zu lernen, zeitweise dem Pfarrer in der Messe zu dienen………..sich anzudienen ……….und sogar zeitweise dem Weib und Weine zu entsagen….anfangs zur Überraschung nicht nur seiner Jugendfreunde…..doch gekonnt wickelte er mit seiner Rede nach und nach alle um den Finger. (na, fast alle)

Schließlich wurde er protegiert, dürfte das Priesterseminar besuchen und kehrte als Amtsnachfolger seines Förderers in die Gemeinde als neuer Pastor zurück.

Seine Mutter war beglückt

Sein Amt begann er mit Sanftmut gegenüber den Kindern und Bedürftigen ………………..mit harten und klangvollen Worten von der Kanzel gegen die Sünde…………………wie ein guter Hirte…………..

Sein Ansehen wuchs und seine Art, die Rede zu führen, verlieh ihm eine Aura, bei Arm und Reich.
Stets war die Kirche gefüllt, nicht nur zur Messe ……nein, auch zur Beichte………….manch einflußreiche Witwe, war ein Serientäter in Sachen Sünde, um dem Pastor Jakob in der Buße nahe zu sein.

Er war sich dessen bewußt.

Kollekte und Speisekammer waren gefüllt.

Es ging ihm gut
Seinem Ziel, gesetzt als junger Bursche , kam er näher…

Eine Magd oder Wirtschafterin mussten her, um sich zu sorgen

Sein Auge fiel auf eine stille, junge Frau, Marie, ohne Familie,
den Gewerbetreibenden der kleinen Stadt als gute Aushilfe und Arbeitskraft bekannt….für mehr nicht.
Ihm fiel sie auf, nicht weil sie auch jeden Sonntag zur Messe kam, sondern weil sie bei der anschließenden Verabschiedung von den Kirchgängern……….Sie……………Seine Hand am längsten hielt………….
fest und bewußt.

Es dauerte nicht lange und sie widerstanden sich nicht,
Er konnte und wollte auch nicht….
Und seinem Ziel, gesetzt als junger Bursche, kam er näher,….

und er sorgte dafür, daß die kleine Stadt, in der Mann und Frau so fein darauf achteten, was geschah, auch nichts davon mitbekam.

……….bis,
ja bis aus dieser Beziehung heraus ein Kind geboren werden sollte.

Nein, nein, nein, nur das nicht,
Sein Ruf, Einnahmen, sein Leben, sollte alles verdorben sein, ………………durch….
einen Fehltritt, ja sicher nur ein Fehltritt
Gedanken, wie Blitze trafen auf sein Hirn,…hämmernd
Stunden, Tage, ………….Tage in der kleinen Kammer hinter der Kanzel,
Wein, viel Wein….wie Wahn………….
und dann am Sonntag, welch Anstrengung…

Das Bild vor der Gemeinde wahren.

Eine Lösung, ….verflucht………und schnell….musste sie her
Den Kopf in einen Trog mit Eiswasser getaucht, um wieder klar zu werden.
Da war sie…………….die Lösung…………..
kalt und klar: „Das Kind musste weg“
schnell,…sein Leben hing davon ab….

…und Marie?,
egal…..
Sie würde sich fügen!

…..und Gott?,
„seine Barmherzigkeit, seine Vergebung
alles Groß und Weit
sein Ziel, mein Ziel, es schoss ihm durch den Kopf?!“

…..

Ein Gespräch mit Marie, ..nun doch wieder nur Magd, folgte.
Ein Hinweis, Eine Bitte von Ihm, der ihr doch wohl etwas bedeute, sein Leben als Pastor stehe auf dem Spiel.
Dem Kinde würde es nicht gut gehen.
Käme die Schande heraus, ein Martyrium für Sie und das Kind würde beginnen.
Das könne sie nicht wollen!

Ein kurzer Moment der Stille,

dann, mit leiser und doch fester Stimme fragte Sie:

Und Du,… was willst Du?…Den Tod Deines eigenen Kindes?

Sie verließ den Raum.
Und dort war es still, doch nicht in seinem Kopf.

Kein Raum für Reue für die harten Worte seinerseits.
Nein, Sie fügte sich nicht.
Mit geballter Faust und starr vor Wut,
ging es durch seinen Kopf: „Sie ist eine Bedrohung,
und Sie wagt es,…………..“

Dann ging es alles sehr schnell,
sein Plan zielführend.
Am Sonntag darauf predigte er erhobenen Fingers gegen das Laster, so hatte er leider erfahren müssen, dass die Frau, der Magd, Marie, der er in Gottes gutem Glauben so vertraut habe,
sich ungeziert gleich mehreren Wandergesellen hinter dem Pfarrhause, gleich auf dem Friedhof, hingegeben habe, er lange geschwiegen habe, doch jetzt der Sünde mit hartem Worte zu Leibe rücken müsse, zum Schutze aller und vor allem der Kinder.

Die Worte fanden Ihr Ziel
und Blicke der feinen Bürger voll der Verachtung und Abscheu auch.
Und still war es … im Gotteshaus.

Der Grundstein für ein Martyrium ward gelegt an dessen Ende Marie doch folgte und zur Engemacherin der Stadt, gedulded, doch nicht geachtet ging und dort Ihr Leben und das des Kindes ließ.

Die Zeit deckte den Mantel des Vergessens über die kleine Stadt.

Ein Jahr verging, das neue Frühjahr kam.

Jakob, der Pastor, in der Hoffnung, durch seine Gebete um Vergebung, gereinigt worden zu sein, fühlte sich voll frischen Tatendranges…und erlöst

Manchmal hatter er sogar den Eindruck, als wenn das Geschehene ihm noch mehr Achtung der Gemeinde verliehen hätte……………
zumindest die seiner Mutter
und wenn er auf seine Menschenkenntnis bei der Deutung freundlicher Blicke vertrauen dürfte, auch die manch einflußreicher Witwe.

Doch eine neue Dienstmagd musste her.
Da traf es sich gut, dass aus dem fernen England eine junge Frau in die kleine Stadt kam. Luci, so hieß sie, die Erfahrung als Hauswirtschafterin in einer Pfarrei ihrer Heimat mitbrachte und sich rasch anschickte, ein fromme Stütze der christlichen Gemeinde zu werden.

Jakob erkannte dies, nahm es als ein Zeichen und bestellte sie nach dem sonntäglichen Kirchgang zu einem Gespräch auf Anstellung in seiner Pfarrei.
Das Gespräch führte dann auch zur Einstellung,
doch der Händedruck, so fest und bewußt bei der Verabschiedung erinnerte ihn,………………an etwas Vergangenes……………?

Doch weg mit der Vergangenheit, denn Schönheit brachte sie auch mit.

Und Frau und Mann mögen es kaum denken, es dauerte nicht lang, da überfielen den Pastor in mancher Frühlingsnacht schwere Träume, voll von Sehnsucht nach Luci.
So nah, ……….Ihre Kammer gleich unter der seinen.

Nein, widerstehen konnter der Mann nicht,

rief Luci unter dem Vorwand eines Sturzes in sein Gemach,
die sogleich auch hineinstürmte, Ihn küsste, als sei der Vorwand ihr gleich gewesen,
bitter und doch süß zugleich ward Ihr Kuss, gleich einer alten Erinnerung…
Ich lege nur schnell das Kreuz ab, sagte er kurz und aufgeregt.

Pastor Jakob und Luci
Pastor Jakob und Luci

Und in dem Moment, indem er sich umdrehte und es ablegte,
da warf sie gleichermaßen ihr Menschengewand ab.

Beim Umdrehen erschrak er, sich stützend auf die Kommode hinter ihm.

Kein Wort entkam seinen Lippen.

Es stand da eine weibliche Gestalt, bedrohlich und doch schön, aber Eines sich nicht, menschlich.

Sie schaute ihm fest in die Augen, und diesmal fanden Ihre Worte das Ziel

Nun schaust Du entsetzt,
doch kein Ton dringt aus Deiner Kehle

Du hast das Vaterunser gesprochen, doch den Teufel gelebt.

Du warfst den Blick auf Luci und der Teufel den Blick auf Dich.
Nun bin ich da.

Sie unterbricht, ein Schnippen mit Ihren Finger und eine kleine Flamme entzündet sich.

Sie schaut auf die Flamme und mit fast sanften Worten vollendet sie:
„Sei nicht enttäuscht, denn wer hat je bewiesen, dass Lucifer ein Mann ist…………………………doch jetzt gehts abwärts“

Beide verschwanden,

Was blieb, ein rußiger Kreis auf dem Boden des Pfarrhaus
und Gerüchte, delikate Geschichten, um das Paar, den einst so geachteten Pastor Jakob, denn es war ja eine kleine Stadt,
in der die Bürger, ein Jeder auf Jeden fein achtete.

Und einen neuen Pastor, den fand die Gemeinde lange Jahre nicht.

– Ende –

Eine kleine Geschichte, ein Märchen oder vielleicht eine Erzählung, zumindest ein Auspropieren und Versuch; die story fiel mir gestern ein, heute schreibe ich sie nieder ganz ohne Parallele zu Geschehenem …
etwaige Fehler möge man mir Verzeihen…;-)

Natürlich würde ich mich freuen, wenn Euch auch diese zweite Erzählalternative mit Zeichnung/Skizze Spaß bereitet.

Ein schönes Lese-, Mal- oder vielleicht auch Filmguck-Wochenende

Lieben Gruß – LUMIC Micha

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2 Kommentare zu “GIFTIGER LOHN”

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